CSU Haar stellt das Programm zur Kommunalwahl 2026 auf!

Kommunalwahlen sind Personenwahlen. Deswegen steht bei der Berichterstattung meist die Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten und der Stadtratsliste im Vordergrund. Aber wofür stimmen die Wähler, wenn sie das Kreuz bei einer Liste machen? In der Kommunalpolitik wird hier nicht lange um den heißen Brei herumgeredet: Man ist entweder für den neuen Schulcampus, oder dagegen. Man will den neuen Kindergarten in ökologischer Bauweise aus Holzelementen und ebenerdig oder aus Stahlbeton und mit Aufzug in den zweiten Stock. Man ist entweder für ein neues Gewerbegebiet oder will lieber überall sparen und zum Beispiel den Vereinen die Zuschüsse streichen.

Die CSU Haar hatte alle ihre Mitglieder für den 5.11. zur Mitgliederversammlung eingeladen, um das Programm für die Kommunalwahl im März 2026 zu erarbeiten – auch um zu zeigen, dass das Programm genauso wichtig ist wie die Personen auf der Liste: Das Programm soll nicht neben der erneuten Kandidatur von Andreas Bukowski als Bürgermeister oder der Aufstellung der Stadtratsliste mit vielen bekannten Namen zur Nebensache werden, wie es bei den anderen Haarer Parteien den Eindruck hat. Die CSU hatte ihre Mitglieder vorab um Vorschläge für das Programm gebeten. Bei einer Klausurtagung am Samstag erarbeiteten die Stadtratskandidaten daraus einen Programmvorschlag. Im kleinen Bürgersaal stellten jeweils zwei Stadtratskandidaten die einzelnen Kapitel vor, anschließend gab es eine lebhafte Aussprache mit allen Mitgliedern zum Programm, bei der noch weitere Punkte ergänzt und geändert wurden.

Ortsentwicklung
  In den letzten zwei Jahren, nachdem die SPD-Fraktion zerbrochen war, konnte die CSU Haar erstmals im Haarer Stadtrat Projekte anschieben, und das hat sie intensiv getan, wie sich in den Programmpunkten zu „Ortsentwicklung“ zeigt.   Haar soll eine sichere und umweltfreundliche Energieversorgung über Geothermie gemeinsam mit den Nachbargemeinden bekommen und die Leibstraße soll so umgebaut werden, dass man sich dort auch nach Einbruch der Dunkelheit gern aufhält. Außerdem verspricht die CSU, dass die Straßen, Rad- und Fußwege saniert würden – seit 15 Jahren sei hier in Haar fast nichts mehr passiert.
Digitalisierung und Verwaltung
  Die Online-Angebot des Rathauses will die CSU ausbauen, dabei allen älteren Mitbürgern garantieren, dass jede Dienstleistung des Rathauses weiterhin persönlich angeboten wird. Ein Angebot zur „Digital-Beratung“ soll denjenigen zugutekommen, die sich in der digitalen Welt nicht so zu Hause fühlen.

Kinderbetreuung auch für Lernschwache
  Nach der Corona-Zeit ist die Zahl von Kindern mit Förderbedarf stark gestiegen, so dass die CSU das Angebot für Menschen mit Behinderung ausbauen will. Gerade Eltern mit behinderten Kindern seien mit ihren Herausforderungen oft sehr allein, meinte Sonja Britt bei der Vorstellung ihres Programmteils. Die Partei will dazu in Haar eine Heilpädagogische Tagesstätte gründen und strebt danach langfristig auch ein Schulangebot für Lernschwache an.
Soziales für Junge und Alt
  Die CSU will außerdem die externe Tagespflege für Senioren ausbauen, da sie auch hier mehr Bedarf wahrnimmt, langfristig will man eine sogenannte „Komplexeinrichtung“ nach Haar holen.   Für Jugendliche will man einen überdachten Treffplatz schaffen, da nicht alle Jugendlichen ins Jugendkulturhaus oder den Jungendtreff kommen wollen – „Das wollten wir doch auch nicht immer, als wir jung waren, oder?“ meinte Anke Sitter bei der Vorstellung.
Angebote für Familien
  In der Kinderbetreuung musste die Stadt Haar in den letzten sechs Jahren einige besondere Herausforderungen bewältigen: Aus der Ukraine flohen Familien mit Kindern, die in die Kitas und Kindergärten integriert werden mussten, seit dem Ende der Coronakrise gibt es mehr Integrationskinder, die deutlich mehr Plätze benötigen, und zwei Kitas in privater Hand sahen sich kurzfristig nicht mehr in der Lage, den Betrieb weiter sicherzustellen, so dass die Stadt an Stelle der bisherigen Einrichtungen kurzerhand selbst neue schuf, um den betroffenen Familien weiter Plätze anzubieten. All dies ist der Stadt unter Leitung von Andreas Bukowski gelungen, ohne dass sich eine große Warteliste an Interessenten aufbaute – eine Leistung, auf die er sichtlich stolz ist und dies auf der Versammlung auch durchblicken ließ.   Durch eine intensive Kita-Personal-Anwerbekampagne war es gelungen, die für die zusätzlichen Gruppen nötigen Betreuer zu gewinnen. Hier profitiert die Stadt davon, dass mit Sonja Britt eine ehemalige Kindergartenleiterin für die CSU im Stadtrat sitzt, die das entsprechende Programm auch vorstellte.

Bildung
  Die CSU möchte Kindern in der Stadt alle Bildungsmöglichkeiten anbieten und deswegen im ehemaligen MSD-Gebäude einen Schulcampus mit FOS, BOS und Realschule einrichten. Dabei wundert man sich darüber, dass andere Parteien gerne behaupten, es gäbe den Bedarf gar nicht, denn die Realschulen in der Nachbargemeinden seien so überlaufen, dass Haarer Kinder oft abgelehnt würden – die Realschule würde wirklich dringend benötigt.
Kreislaufwirtschaft
    Die provisorischen Kitas in der Rechnerstraße und am Wieselweg bestehen heute aus Containern. Diese sollen durch permanente kindgerechte Bauten ersetzt werden.  Andreas Bukowski nutzt diese Gelegenheit, um an diesem Beispiel zu erklären, was die CSU meint, wenn sie verspricht, Haar im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu einer ökologischen Stadt zu machen: Die Stadt will so bauen, dass man das Gebäude danach wiederverwenden oder sauber wieder rückbauen kann. Man müsse beim Bauen schon an das Nutzungsende denken, deswegen werde die neue Kita am Wieselweg ebenerdig aus natürlichen Materialien (Holzelementen) und nur ebenerdig gebaut. Die Kinder hätten damit kurze Wege und könnten jederzeit überall hin, gleichzeitig könne das ganze Gebäude in Zukunft wieder komplett abgebaut werden. Die SPD dagegen fordere einen zweigeschossigen Bau aus Stahlbeton mit Aufzug, das man am Nutzungsende nur abreißen könne.   Ebenso sei es wichtig, Bestehendes weiterverwenden und nicht einfach abzureißen und neu bauen, deswegen möchte die CSU den Schulcampus im ehemaligen MSD-Gebäude schaffen und nicht auf der grünen Wiese bauen, wie es andere Parteien bevorzugen würden, ebenso soll der Jugendtreff DINO im saniert und nicht abgerissen werden.
Kultur und Vereine
  Die CSU macht hier klar, dass ihr bei Kultur das gemeinsame Zusammenwirken der Bürger wichtiger ist als Kunst am Bau oder Skulpturen, die früheren Bürgermeistern besonders am Herz lagen. Die CSU will stattdessen das Volksfest um einen Vereinsabend ergänzen, mehr Kulturveranstaltungen in den Bürgersaal holen und den Veranstaltungskalender zum digitalen Kulturkalender ausbauen, damit sich die einzelnen Anbieter von kulturellen Veranstaltungen besser absprechen können.

Gewerbeansiedlung
  Zuletzt stellt sich die Frage: Wie soll all das eben beschriebene finanziert werden? Die CSU will – anders als die Opposition im Stadtrat – nicht mit dem Rotstift regieren, sondern durch Ansiedlung zusätzlichen Gewerbes die nötigen finanziellen Spielräume schaffen. Deswegen wirbt Bürgermeister Andreas Bukowski für das geplante Gewerbegebiet auf der Finckwiese: Nur mit Bürogebäude könne Haar im Zeitalter von Homeoffice nicht mehr genug Firmen anziehen, es müsse auch gelingen, Produktionsbetriebe anzusiedeln, und dazu soll das neue Gewerbegebiet dienen. So wie das Programm heute diskutiert und dann am Ende gemeinsam beschlossen wird, sollen auch die Anwohner der Finckwiese in die weitere Ausgestaltung eingebunden werden, verspricht Bukowski.   Am Ende eines Abends intensiver Diskussionen  verabschieden die Haarer CSU-Mitglieder einstimmig ihr Programm und klatschen, als der Wahlwerbespruch „HAARSTARK für unsere Stadt“ auf der Leinwand erscheint, mit dem die Bürgerlichen in Haar für ihr Programm werben wollen.